A false friend: Das "Imprint" bei gewerblichen Internetauftritten

Wenn man auf englische Internetseiten deutscher Unternehmen geht, fällt einem immer wieder ein Wort ins Auge: "Imprint". Hierbei handelt es sich um die wortwörtliche und vollständig falsche Übersetzung des deutschen Wortes "Impressum".  Die gemäß §5 des Telemediengesetzes (TMG) in Deutschland für kommerzielle Internetseiten bestehende Pflicht, Angaben zum Anbieter und Verantwortlichen einer Unternehmenswebsite zu machen, hat dazu geführt, dass sich dieser "false friend" ("falscher Freund" - Fehlübersetzung) wie ein Virus auf deutschen Internetseiten verbreitet hat.

Doch was bedeutet denn das englische Wort Imprint" nun eigentlich?  "Imprint" ist ein Begriff aus dem Verlagswesen und hat hier sogar drei Bedeutungen:

  1. Das klassische Impressum eines Buches, das den Namen und Sitz des  Verlags und das Veröffentlichungsdatum des Buches nennt.
  2. "Imprint" bezeichnet eine Ausgabe: Hierbei kann es sich um verschiedene Ausgaben eines Buches oder eine Ausgabe verschiedener Verlage handeln.
  3. Eine Wortmarke eines Verlags, die wie ein Verlag behandelt wird: So ist z.B. PONS ein Imprint des Klett-Verlags (im Übrigen wird dieser Fall auch auf Deutsch als "Imprint" bezeichnet).

Wenn nun "Imprint" nicht der korrekte englische Terminus für eine Impressumsseite eines gewerblichen Anbieters ist - wie bezeichne ich als Firma nun diese entsprechende Seite?

 

Obwohl im englischsprachigen Raum ein solches Impressum nicht Pflicht ist,  kann man hier durchaus Internetauftritte finden, bei denen ähnliche oder sogar dieselben Angaben auf Seiten angegeben sind, die dann folgendermaßen bezeichnet sind:

 

- Legal notice(s)
- Legal information
- Corporate information
- About this (web)site
- (Legal) disclaimer

Sollte sich auf Ihrer Website das Wort "Imprint" finden, sollten Sie es schnellstmöglich durch eine der obenstehenden richtigen Übersetzungen ersetzen. Wenden Sie sich, sofern Sie diese Änderungen nicht selbst vornehmen können, an den Anbieter, den Sie mit der Erstellung Ihres Internetauftritts betraut haben.

 

Haben Sie einen Übersetzer bzw. eine Übersetzerin mit der Übersetzung Ihres Internetauftritts beauftragt, so können Sie allein an diesem Punkt schon die Qualität der von ihm bzw. ihr gelieferten Übersetzung überprüfen. Denn, wenn Sie einen guten Englisch-Übersetzer mit der Übersetzung der Webseiten Ihres Internetauftritts beauftragt haben, wird er bei der Übersetzung der entsprechenden Seite auf keinen Fall das Wort "Imprint" verwenden.